Fachtag „Die digitale Verführung von Kindern, Jugendlichen und Eltern“ am 25.10.2018

Symbolbild: Digitalisierung (pixabay.com)Kinder und Jugendliche wachsen heute unabhängig von ihrer sozialen Herkunft in technisch gut ausgestatteten Haushalten auf. Dank des Smartphones sind jederzeit und an nahezu jedem Ort Zugänge ins Internet möglich. Junge Menschen sind täglich online aktiv und die digitale Privatsphäre wird vielfältig offen gelegt.

 

Das Konsumverhalten wird mehr denn je von permanenten Kaufanreizen durch personifizierte Werbung bestimmt. Die Werbewirtschaft nutzt die starke Kaufkraft von Kindern und Jugendlichen und vermittelt Konsum als Erlebnis, das bequem auf Raten finanziert werden kann.

 

Die Illusion, welche entsteht, ist ebenso trügerisch wie perfekt - sie lautet: Ich kann mir alles leisten, auch ohne Geld.

 

Der Fachtag lädt ein, sich über die neuesten Vernetzungsstrategien zu informieren, Fallstricke im Umgang mit dem Internet zu erfahren und sich über Tricks und Maschen der digitalen (Werbe)industrie und deren Folgen wie Deprivatisierung, Verschuldung und Abhängigkeit zu informieren.

 

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Fachkräfte aus der Schule und der Sozialen Arbeit. In den fünf Workshops wird gemeinsam mit den Teilnehmer*innen ein breites Spektrum an Themen aufgegriffen, die sich mit der Digitalisierung und daraus entstehenden Folgen bei Kindern und Jugendlichen befassen.

 

Hier geht es zum Veranstaltungsflyer und zu den Workshopbeschreibungen:

 

Dokumentation zum Fachtag „Auswirkungen von Armut auf das Denk- und Handlungsvermögen“ vom 26.06.2018

Der von der LIGA Fachberatungsstelle in Kooperation mit der LIGA UAG Schuldnerberatung und der LIGA UAG Familie organisierte Fachtag fand unter einer breiten Beteiligung von rund 80 Teilnehmern und Teilnehmerinnen in den Räumen des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland statt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Frieder Weigmann (Pressesprecher der Diakonie Mitteldeutschland), der gemeinsam mit Susanne Dornaus-Bätzel (AWO Landesverband) und Julia Hohmann (Der Paritätische Landesverband) in den Tag einführte. Die anschließenden Beiträge von Prof. Dr. Sebastian Gluth (Uni Basel) und Prof. Dr. Carmela Aprea (Uni Mannheim) bildeten den inhaltlichen Kern des Fachtages und füllten den Vormittag. Nach der Mittagspause stellte Dr. Katja Ludwig (AWO) das Projekt „Kivobe“ vor und der Moderator leitete im Anschluss zur Podiumsdiskussion über.

 

Prof. Dr. Sebastian Gluth (Uni Basel)Auswirkungen von Armut auf das Entscheidungsverhalten und auf kognitive und emotionale Fähigkeiten

Im ersten Beitrag des Fachtages stellte Prof. Dr. Sebastian Gluth von der Universität Basel den Effekt von Armut auf menschliche Denk- und Handlungsprozesse sowie mögliche Lösungswege vor.

Anhand verschiedener Gedankenspiele und unter Einbezug des Publikums führte er anschaulich in die irrationalen Entscheidungsmomente und deren Ursachen ein. So wurde bspw. deutlich, dass Armut und finanzielle Verluste einen Einfluss auf das Abwägen von Nutzen und Konsequenzen, die Risikobereitschaft und sogar den IQ von Personen haben. Ursächlich sei in diesem Zusammenhang die beschränkte Kapazität an Aufmerksamkeit, welche sich bei akuter Knappheit vor allem auf das Sicherstellen des Existenzminimums richtet und Entscheidungen, die aus der prekären Situation führen, erschwert.

Als einen möglichen Ausweg stellte Prof. Gluth das kontrovers diskutierte „Nudging“ vor. Dieses Prinzip dient dazu menschliches Verhalten zielführend zu beeinflussen und basiert im Kern darauf, negative Handlungsweisen zu erschweren und positives Verhalten zu vereinfachen. Interessierte finden hierzu eine Fülle von Ideen im Internet und in einschlägiger Literatur.

 

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Fachtag "Auswirkungen der Armut auf das Denk- und Handlungsvermögen" am 26.06.

Symbolgrafik - Fachtag Armut und DenkenIm Zusammenhang mit Schuldenprävention und finanzieller Bildung ist oft die Rede vom mündigen Verbraucher bzw. der mündigen Verbraucherin, von rationalem Konsumverhalten und von verantwortungsvollem Umgang mit Geld. Theoretisch wissen viele Menschen, welche Entscheidungen eher finanzielle Nachteile mit sich bringen können. Hin und wieder werden dennoch vermeintlich unlogische, nicht nachvollziehbare Entscheidungen gefällt, die aber in der Regel durch Ersparnisse, familiäre Unterstützung etc. abgefedert werden können.

Menschen jedoch, die am Existenzminimum leben, haben oft nicht die Möglichkeit auf Notreserven zurückzugreifen, so dass eine Fehlentscheidung weitreichende Folgen mit sich bringen kann. Aktuelle Studien und Erkenntnisse aus den Bereichen der Verhaltensökonomik und Entscheidungspsychologie werden vorgestellt und erklären, warum Menschen oft ganz anders handeln, als es die Vernunft vorzugeben scheint.

Zu diesem Fachtag wird die Fachebene aus der Sozialpädagogik und der Wissenschaft in einem offenen Austausch Rückschlüsse ziehen und Handlungsempfehlungen erörtern.
 
Ziel des Fachtags

Der Fachtag soll aufklären, sensibilisieren und vor allem Vorurteile gegenüber Menschen, die sich in finanziellen Notlagen befinden, abbauen und deren Stigmatisierung begegnen.

Hier geht es zum Veranstaltungsflyer:

 

Kooperation mit Schulsozialarbeit: Projekttag Schuldenprävention am Gymnasium Gebesee

Fachberaterin Frederike Fernández Álvarez und Schulsozialarbeiterin Anette LauferWie bereits im Vorjahr fand für die elfte Klasse im Rahmen eines Projekttages am 20.04.2018 an dem Gymnasium „Oskar Gründler“ in Gebesee eine Veranstaltung zum Thema „Übschuldungsprävention“ statt. Die dortige Schulsozialarbeiterin wurde bei der Veranstaltungskonzeption, der Material- und Methodenentwicklung und bei der Durchführung des Projekttages durch die Fachberaterin für Schuldenprävention Frederike Fernández Álvarez unterstützte. Am Vormittag wurden Ursachen und Folgen der Überschuldung gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeitet und Fallstricke im Konsum-Alltag thematisiert. Im zweiten Teil des Projekttages erstellten sich die Schülerinnen und Schüler an fünf verschiedenen Stationen (Wohnung, Werbung und Konsum, Handy, Versicherungen sowie Banken und Finanzierung)  ihren ganz persönlichen Haushaltsplan, wenn sie nach der Schulausbildung in die berufliche oder akademische Ausbildungszeit wechseln. Wie viel kostet ein WG Zimmer, muss ich Rundfunkbeitrag bezahlen, wie viel Waschmittel brauch ich im Monat und ist eine Fahrradversicherung sinnvoll? Und vor allem wie viel Budget habe ich noch? Diese Fragen mussten sich alle Schülerinnen und Schüler stellen und sollten somit auf ihre finanzielle Selbstständigkeit alltagsnah vorbereitet werden. Bei der Stationenarbeit hospitierte noch eine weitere Schulsozialarbeiterin aus dem Landkreis, die dieses Projekt an ihrer Schule auch durchführen möchte.

 

Gruppenarbeit der Schülerinnen und Schüler zu den Folgen der Überschuldung

Kontakt

LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e.V.
 
Fachberatungsstelle
Arnstädter Straße 50
99096 Erfurt
Thüringen
 
Tel:       (0361) 74438-120 bis 122
Fax:      (0361) 74438-123
 
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