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Ankündigung der bundesweiten Aktionswoche der Schuldnerberatung

„Albtraum Miete“ lautet das diesjährige Motto der bundesweiten Aktionswoche der Schuldnerberatung, die von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) initiiert wird und damit an die Problematik des knapper und teurer werdenden Wohnraums anknüpft. Vom 3. bis 7. Juni werden im gesamten Bundesgebiet Akteur*innen des Arbeitsfeldes „Schuldnerberatung“ aktiv und rücken das Thema in den Fokus der Öffentlichkeit.

Das ist auch dringend nötig, denn trotz der weiterhin guten wirtschaftlichen Entwicklung und sinkenden Arbeitslosenzahlen, steigt die Überschuldung im Land weiter an. Beinahe sieben Millionen Volljährige in Deutschland gelten als überschuldet und können ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen ohne andere lebensnotwendige Ausgaben zu vernachlässigen.

 

Eine dieser existenziellen Ausgaben sind die Kosten für die eigene Wohnung. Ist der Wohnraum durch Mietschulden gefährdet oder ist die Wohnungslosigkeit bereits eingetreten, wird der Weg zurück in geordnete Verhältnisse ungleich schwerer. Gleichzeitig ist das Grundbedürfnis „Wohnen“ Ursache dafür, dass sich Menschen verschulden und mehr für ihr Zuhause ausgeben, als es ihr Budget zulässt. Mehr als jede fünfte Ratsuchende der Schuldnerberatung hat Schulden bei Vermieter*innen. Personen mit niedrigem Einkommen sind im besonderen Maße von den steigenden Mietpreisen betroffen, da dadurch der ohnehin geringe finanzielle Spielraum weiter geschmälert wird. Wohnen wird für sie zum dauerhaften Kompromiss zwischen eingeschränkter Lebensqualität und eingeschränktem Budget.

 

Ver- und Überschuldung entwickelt im Bereich Wohnen aber noch eine weitere negative Dynamik. Denn häufig wird vor Vertragsabschluss eine Bonitätsauskunft über die Mieter*innen eingeholt. Sind dort negative Eintragungen vorhanden, haben die Betroffenen kaum eine Chance eine Wohnung zu finden, selbst wenn bereits durch ein Insolvenzverfahren oder Ratenzahlungen eine geregelte Entschuldung eingeleitet wurde.

 

Damit die Miete kein Albtraum bleibt, verfasst die AG SBV mehrere Forderungen:

  • angemessener Wohnraum für alle, unabhängig von der finanziellen Situation, durch erhebliche Stärkung des sozialen Wohnungsbaus und wirksame Anreize für bezahlbaren Wohnraum
  • Keine Stigmatisierung durch die Schufa-Auskunft, da diese als Gradmesser für solvente Mieter*innen ungeeignet ist
  • Finanzielle Hilfen für Menschen mit niedrigem Einkommen, durch unbürokratische Zugänge zur Wohngeld und Mietschuldenübernahme sowie Anpassung der KdU-Richtlinien
  • Information über Unterstützungsangebote durch die Vermieter*innen, durch Hinweise in Mahnschreiben sowie einer engen Verknüpfung von sozialen angeboten und Wohnen

Weitere Informationen, das Plakatmotiv, Forderungspapier, eine Musterpressemitteilung und Ideensammlung zur Aktionswoche finden Sie unter: http://www.aktionswoche-schuldnerberatung.de/

Kontakt

LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e.V.
 
Fachberatungsstelle
Arnstädter Straße 50
99096 Erfurt
Thüringen
 
Tel:       (0361) 74438-120 bis 122
Fax:      (0361) 74438-123
 
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